Soldat_werden_Staatsakt

Ich will Soldat werden - was erwartet mich?

Wenn du Soldat werden willst, solltest du das über die Bundeswehr wissen!

 

Ich bin 18 Jahre, wohne in Südwestdeutschland und wollte mich dieses Jahr als Abiturient für den freiwilligen Wehrdienst bewerben. Doch als ich mich informierte, war ich geschockt. Die Bundeswehr erhält immer mehr Geld, das an unwesentlichen Stellen wie Bürokratie verschleudert wird, während es den Soldaten am Nötigsten fehlt.

Der erste Schritt, Soldat zu werden: das Beratungsgespräch

Das verpflichtende Beratungsgespräch war eher ernüchternd: Beim Einstellungsberater schien Frust aufzukommen bei der Erwähnung unserer neuen Verteidigungsministerin. Später bemerkte er, er wüsste nicht, ob sich der Kampf für das heutige Deutschland lohnen würde. Das Gespräch brachte mir einige Zweifel, ob ich denn für ein paar Monate Soldat werden wollte. Klar, man hört viel, dass die Bundeswehr kaputtgespart und viele Fahrzeuge nicht einsatzbereit seien, aber kann es wirklich so schlimm sein?

Soldat werden oder nicht werden?

Vor einer endgültigen Bewerbung wollte ich mich noch genauer informieren. Doch anstatt der kaputtgesparten Bundeswehr fand ich Rekordausgaben, wie sie unsere Bundeswehr noch nie gesehen hat. Der Verteidigungsetat für das Jahr 2020 soll auf 45 Milliarden Euro erhöht werden, 5 Jahre zuvor waren es noch rund 33 Milliarden. Wie kann bei solchen Geldmitteln veraltete und nicht funktionsfähige Technik ein noch Problem sein? Und noch etwas Weiteres wunderte mich: Die Bundeswehr sucht doch händeringend nach neuen Soldatenrekruten, da heute fast 100.000 Soldaten weniger dienen wie noch vor 15 Jahren. Wo geht das Geld dann hin, wenn weder Technik noch Personal die großen Ausgabenquellen im Vergleich zu vorher sind?

In die Bundeswehr gehen, ohne Soldat zu werden?

Auf der offiziellen Seite der Bundeswehr finde ich dann heraus, dass die Bundeswehr ungefähr 106.000 Soldaten mit Kampfauftrag beschäftigt. Im Vergleich dazu sind 80.000 zivile Mitarbeiter angestellt, teure Berater nicht dazugezählt. Des Weiteren werden rund 13.000 Soldaten für „Cyberwarfare“ eingesetzt. Da wundert es nicht, dass laut dem Bericht des Wehrbeauftragten die Bürokratie immer komplizierter wird, die Truppe demoralisiert ist und viele Posten nur zu 60-80 % besetzt sind. Somit werden die Ausgaben bei weniger Soldaten immer höher. Das muss man sich erst einmal klar machen: Die Ausgaben der Bundeswehr sind völlig unabhängig von der Zahl der Soldaten und der Qualität und Quantität der Ausrüstung. Dass die neue Verteidigungsministern also ohne ein Bild von der Lage sofort neue Geldmittel fordert, zeigt, dass es den „Spitzenpolitikern“ nur um die Verteilung von Geld und nicht um die bestmöglichste Verteidigung unseres Landes und unserer Bürger geht.

Soll ich also wirklich Soldat werden?

Nachdem ich all dies herausgefunden habe, bezweifle ich wirklich, ob ich den Wehrdienst leisten soll. Wenn die schlechte politische Führung sogar einen Karriereberater, der Menschen für die Bundeswehr begeistern soll, demoralisiert, wie steht es dann um den normalen Soldaten, der die Probleme täglich zu spüren bekommt? Und wie steht es um unsere Verteidigung im Ernstfall? Falls ich mich tatsächlich entscheiden sollte, Soldat zu werden, werde ich über den Zustand der Bundeswehr aus der Innensicht berichten.

Die Soldaten der Bundeswehr werden bewusst in die Irre geführt - Der Geldüberfluss kommt nicht bei ihnen an, er wird von den zuständigen Politikern missbraucht.